Winter in Berlin – wenn auch nicht mit Schneemassen und Lawinengefahr, so doch mit empfindlicher Kälte für diejenigen, die keine entsprechende wärmende Bleibe haben, so wie viele Wohnungs- und Mittellose in unserer Stadt. Diejenigen, die aufgrund mangelnder Finanzen ihre Wohnung verlieren, finden keine neue und müssen bei irgendwelchen Freunden Unterschlupf suchen. Wer solche Freunde nicht hat, ist arm dran. Viele der Obdachlosen übernachten nach wie vor auf den Straßen oder in den Parks – für manche ist dies lebensgefährlich. Um in diese Not hineinzuwirken, öffnen wir in den Wintermonaten täglich von Montag bis Freitag, 12.00-18.00 Uhr, unser Sozialmobil am Franz-Neumann-Platz als Wärmepunkt für die Obdachlosen dieser Gegend. Dies wird vom Bezirk Reinickendorf finanziert, sodass wir eine Teilzeitkraft anstellen können, die täglich vor Ort ist.

Gemütlich sitzen Mitarbeiter, ehrenamtliche Helferinnen und Besucher in dem umgebauten Wohnwagen mit Vorzelt um die Gasheizung herum und verbringen gemeinsam Zeit bei einer Tasse Kaffee und einem Snack. Täglich nehmen etwa 40 Personen dieses Angebot in Anspruch. Dabei wird so mancher Kontakt vertieft und Hilfeangebote in Anspruch genommen.

Einigen Personen konnten wir bereits erfolgreich weiterhelfen: Begleitung bei Behördengängen, Hilfe beim Beantragen von Papieren, Beratung für Sucht- und Lebensangelegenheiten, Seelsorge, Gebet, Fahrten zur Entgiftung oder in Notunterkünfte…

Ganz besonders freut es uns, wenn einer unserer Freunde ermutigt wird, den Ausstieg in ein neues Leben zu wagen, so wie M.: „Endlich stoffungebunden, da hat der Oberchef-der-Welt es wirklich gut mit mir gemeint, … ohne das würde ich wohl nicht mehr sein…“

Für diesen Satz, er uns schrieb, nachdem wir ihn vor einigen Monaten in eine Therapie vermitteln konnten, lohnt sich der ganze Einsatz! Da ist die Freude groß. Aber auch ohne das verdient es jeder Mensch, egal ob arm, ob reich, dass man ihm auf Augenhöhe begegnet.